Worauf ihr beim Abschluss einer Hausratversicherung achten solltet

Eines sei vorweggenommen: Eine Hausratversicherung gehört nicht zu den Top 3, die ihr als Familie unbedingt abschließen müsst (die Top 3 sind, wie ich schon geschrieben habe, die Risiko-Lebensversicherung, Berufsunfähigkeits- und Haftpflichtversicherung). Aber wenn ihr diese existenziellen Risiken abgesichert habt und über die karge Ausstattung einer Studenten- oder Azubibude hinausgewachsen seid, lohnt es sich schon, über den Abschluss einer Hausratversicherung nachzudenken.


Möbel, Bettausstattung und Kleidung für eine Familie, daneben eine hochwertige Stereoanlage, ein Flachbildfernseher und moderner Computer – da kommt schnell Hausrat im Wert von 40.000 oder 50.000 Euro zusammen. Den im Ernstfall zu ersetzen – wenn eure Wohnung ausbrennt, durch Sturm oder Hagel oder auch, weil er durch randalierende Einbrecher verwüstet wurde – dürfte schwierig sein. Gut, wenn ihr dann eine Hausratversicherung habt. Das gilt ganz besonders, wenn ihr kreditfinanziert eingekauft habt, denn dann habt ihr ein doppeltes Problem, wenn die Möbel beschädigt oder gestohlen werden: Ihr müsst den Kredit zurückzahlen und neue Möbel kaufen.


Die Hausratversicherung ersetzt den Schaden und zahlt so viel, dass ihr Beschädigtes reparieren lassen oder gleichwertige Gegenstände neu kaufen könnt. Damit die Versicherung auch wirklich die vereinbarte Summe zahlt, müsst ihr aber den Wert eurer Einrichtung realistisch angeben und dokumentieren können, was ihr besitzt (Fotos genügen meistens). Außerdem müsst ihr alles tun, um euren Hausrat selbst zu schützen. Bei grober Fahrlässigkeit verliert ihr nämlich, je nach dem Grad des Mitverschuldens, ganz oder teilweise den Versicherungsschutz. „Grob fahrlässig“ ist es dabei schon, ein Fenster im Erdgeschoss offen zu lassen, wenn ihr das Haus verlasst oder eine Kerze unbeaufsichtigt im Nebenraum brennen zu lassen.


Teuer ist diese Versicherung nicht. Wenn ihr nicht gerade in einem Problemviertel in einer Großstadt oder neben einer Feuerwerksfabrik wohnt, könnt ihr euren Hausrat für 30 bis 100 Euro im Jahr absichern.


Worauf ihr beim Abschluss einer Hausratversicherung achten solltet:


- Versucht, den Wert eures Hausrates möglichst realistisch zu schätzen. Das ist zum einen wichtig für die Höhe der Versicherungsprämie, zum anderen aber für den Fall eines Totalschadens, etwa durch einen Brand. Ist die Versicherungssumme dann zu gering, könnt ihr euren Hausrat nicht komplett ersetzen.


- Überlegt, ob und inwieweit sich eine Ausweitung des Versicherungsschutzes für euch lohnt, etwa, um eine Elementarschadenversicherung. Sie greift bei Überschwemmungen, Lawinen und anderen Naturkatastrophen oder eine Glasversicherung. Diese lohnt sich eventuell, wenn ihr einen größeren Wintergarten habt.


- Wenn ihr eine Einbauküche euer eigen nennt, solltet ihr vereinbaren, dass diese (gegen einen kleinen Aufpreis) in die Police aufgenommen wird. Das ist nämlich normalerweise nicht der Fall, aber ihr wisst ja, wie teuer so eine Küche ist.


- Besitzt ihr Wertsachen wie Schmuck oder Goldbarren, die ihr zu Hause aufbewahrt? Dann sollten diese bis zu einem angemessenen Wert mit im Versicherungsschutz enthalten sein.


- Was ihr normalerweise nicht gebraucht, ist die Erweiterung des Versicherungsschutzes um eine eigene Fahrradversicherung, denn wenn ihr euer Rad in einem verschlossenen Abstellraum, Schuppen oder einer Garage aufbewahrt und es von dort gestohlen wird, zahlt das auch die ganz normale Hausratversicherung.


Habt ihr schon eine Hausratversicherung? Habt ihr sie schon einmal gebraucht? Erzählt uns hier davon.


Nächste Woche geht es nicht mehr um den Hausrat, sondern um den Hausarzt, und die Frage, ob es sich für euch lohnt, einen sogenannten Hausarztvertrag zu unterschreiben.



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